Sissis Tod : ein Salzkammergut-Krimi

Barta, Bernhard, 2013
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Medienart Buch
ISBN 978-3-85218-954-3
Verfasser Barta, Bernhard Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen, Novellen (dt.)
Schlagworte Krimi, Salzkammergut, Bad Ischl
Verlag Haymon
Ort Innsbruck
Jahr 2013
Umfang 240 S.
Altersbeschränkung keine
Reihe Haymon TB
Reihenvermerk 154
Sprache deutsch
Verfasserangabe Bernhard Barta
Illustrationsang Ill.
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Michael Wildauer;
Hollywood-Diva stirbt im Salzkammergut. (DR)
Bei der Materialseilbahn am Siriuskogel wird eine weibliche Leiche gefunden: Die Hauptdarstellerin im neuen Film "Sissis Tod" - ein Hollywoodstar mit Schulden und unglaublichem Männerverschleiß. Unfall, Selbstmord, Mord? Es gibt viele Verdächtige und Inspektor Gustl Brandtner muss einigen Prominenten auf die Zehen steigen, bis der Fall sich klärt. Natürlich ohne das große Touristenspektakel von Bad Ischl, den Kaisergeburtstag, zu gefährden.
Ein Ermittler mit altem Auto, mütterlicher Haushälterin, alkohol- und sexsüchtigen Verdächtigen - irgendwo hat man das alles schon einmal gesehen oder gelesen. Ein schlanker Bulle, der nicht aus Tölz kommt und so mehr Glück bei den Frauen hat, Stammtischgeplauder und Schickimicki-Klatsch. Aber die Landschaft von Gmunden bis Bad Ischl ist genauso schön wie bei "SOKO Kitzbühel" und die Typen sind so urig wie bei den "Rosenheim-Cops", für anspruchslose und kurzweilige Unterhaltung ist also gesorgt. Wer hofft, dass der Autor sein geschichtliches Wissen in den Roman einfließen lässt, wird ziemlich enttäuscht. Dafür überrascht er mit eigenen Zeichnungen, die in den Text eingebaut sind. Diese Karikaturen sind es dann auch, die das Buch noch länger in Erinnerung belassen werden, wenn man längst wieder an einem neuen Fall herumrätselt.

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Quelle: Pool Feuilleton;
"Vor einer Gmundner Villa liegt eine 52-jährige Unternehmerin 50 Stunden lang in ihrem Blut, ehe sie gefunden wird. Zehn Tage später stirbt sie im Krankenhaus und gilt nun als ermordet." - Non-fiktionale Agenturmeldung im Juli 2013.
Während Bernhard Barta gerade seinen Salzkammergut-Krimi "Sissis Tod" vorstellt, geschieht im Bannkreis des Inspektors Brandner in Gmunden der tatsächliche Mord und führt der Leserschaft wieder einmal vor Augen, was ein Krimi eigentlich soll: Unterhalten, ablenken, den Schrecken in die Hand nehmen und durch skurrile Figuren zähmen! Ein Krimi ist im besten Fall ein Spiel nach dem Diktum des frühen Peter Handke im Hausierer: "Die Kinder spielen schon den Mord!"
Bernhard Barta befriedigt alle Wünsche an einen Salzkammergut-Krimi. Der Inspektor Brandner ist viel angesoffen und ein Insider einer Gesellschaft, die es mit dem Kaiser-Kult und dem Bussi-bussi der Möchtegern-Society hält. Im Kaiser-Villa-Ambiente und am benachbarten Wolfgangsee wird gerade der Film "Sissis Tod" gedreht, und die Hauptdarstellerin wird gleich einmal unterm Gipfel des Hausbergs tot aufgefunden.
Bald ist klar, dass die Sissi-Darstellerin erwürgt worden ist, ehe man sie im Gebirge abgelegt hat. Diese klaren Erkenntnisse gehen nicht zuletzt auf den klaren Befehl des Inspektors zurück, der im Sud nach den wichtigsten Dingen an der Leiche fragt: "Was ist im Magen, was ist in der Vagina?" (73)
Jetzt wird in zwei Richtungen ermittelt. Einmal kommt die Film-Crew dran, die immer für künstlerisch-schlampige Verhältnisse gut ist und daher Motive nur so am laufenden Band produziert. Zum anderen haben natürlich auch die Einheimischen jede Menge Motive und Dreck am Stecken. Kurdirektor, Bürgermeister und lokaler Großinvestor haben sich auffallend rural-erotisch um die ermordete Schauspielerin bemüht.
Inspektor Brandner hält neutralisiert durch viel Alkohol Äquidistanz zu beiden Cliquen, zumal er sein eigenes Süppchen kocht und sich an eine Polizei-Praktikantin heranmacht. Hinter den Ritualen um Zauner-Liebesherzen, Bad-Ischler-Salz und Rössl-Saufen am Wolfgangsee tut sich eine gesellschaftliche Schlechtwetterlage auf, worin die Second-Hand-Darsteller der Filmbranche einen Schinken drehen wollen, während sie von den intellektuell ziemlich heruntergekommenen Erben des Kaiser-Getues erbärmlich devot hofiert werden.
Beim Begräbnis der Ermordeten regnet es so stark, dass man kaum erkennen kann, wer anwesend ist. Vermutlich wegen der schlechten Sichtverhältnisse wird dann auch noch ein Fehlgriff bei der Verhaftung getan. Der spontan Verhaftete ist zwar ein Schwein aber unschuldig, wie so oft in solchen innerösterreichischen Konstellationen. Die Lösung des Krimis ist dann logisch und lesenswert.
"Sissis Tod" ist eine ideale Sommerlektüre für den Wolfgangsee und ähnliche kaiserliche Imitate mit Strand und Wasseranschluss. Salz, Herzen, Sud - alles da für einen relaxenden Abgang aus der Realität!
Helmuth Schönauer

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